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Der DVS CONGRESS 2019 in Rostock - Zwei Studierende berichten

 

von Tobias Menzinger und Florian Bauer

Tobias Menzinger und Florian Bauer besuchten in diesem Jahr erstmalig den DVS CONGRESS. Eingebunden in das Rahmenprogramm rund um die Große Schweißtechnische Tagung (GST) und den DVS-Studentenkongress hatten sie so Gelegenheit, an den vielfältigen Veranstaltungsformaten des Verbandes teilzunehmen. Wir freuen uns über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Einschätzungen, die sie uns nach ihrem Besuch in Rostock schilderten:

 

Studentischer Abend

Zum Studentischen Abend hatte der DVS ins Braugasthaus „Zum Alten Fritz“ im Rostocker Hafen eingeladen. In zwangloser Atmosphäre konnten erste Kontakte zu weiteren Mitgliedern des DVS und der GSI – Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH geknüpft werden. Außerdem entstanden Kontakte zu anderen Studierenden der ganzen Bundesrepublik. Wir haben den Abend als sehr hilfreich empfunden, um Networking zu betreiben. Erste geknüpfte Kontakte zur „Familie des DVS“ schafften ein Gefühl der Vertrautheit.

DVS-Studentenkongress und GST

Das Spektrum der Präsentationen beim DVS-Studentenkongress umfasste sowohl die Themen „Qualitätssicherung mittels modernster Bildverarbeitungstechnik“ als auch „komplexe Datenerfassung im Schweißprozess“ bis hin zur „Entwicklung hochinnovativer Schweißprozesse“. Die Ergebnisse solcher Projekte können gerade bei Fachtagungen wie dem DVS CONGRESS vor einem größeren Publikum diskutiert und durch neue Impulse weiterentwickelt werden.

Die GST bietet ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm zu unterschiedlichen Themen der Schweißtechnik sowie des Maschinenbaus. Besonders beeindruckend waren für uns die beiden Vorträge „Die Rheinbrücke Leverkusen‘“ und „Bruchmechanische Methoden beim Bemessen dickwandiger Schweißkonstruktionen“. Durch den ersten Vortrag erfuhren wir viel Wissenswertes. Eindrucksvoll wurde vermittelt, dass der Ingenieurberuf oftmals mit einem Spagat zwischen technischen Lösungen der Vergangenheit sowie der Zukunft verbunden ist. Auch der zweite Vortrag überzeugte mit einer bemerkenswert einfachen Lösung zur Auslegung dickwandiger Stahlbauteile.

Am zweiten Tag des DVS CONGRESS konnten wir uns besonders für zwei Vorträge im Bereich „Regelwerk, Qualifizierung und Qualitätssicherung“ begeistern. Der Referent zeigte auf anschauliche Art, wie ein Schadensfall in der Praxis analysiert wird und welche präventiven Maßnahmen getroffen werden können. Der nachfolgende Vortrag baute auf der vorherigen Präsentation auf und vermittelte die Notwendigkeit, dass es für die Anfertigung von Schweißprojekten eine Sensibilisierung des ganzen Projektteams zu diesem Sachverhalt bedarf.

Die Ausstellung

Parallel zu den Vortragsreihen fand eine Ausstellung einzelner Verbände und Firmen statt. Wir nutzten die Pausen zwischen den Vorträgen für ein direktes Gespräch mit den Ausstellern und informierten uns beispielsweise über die Ausbildung zum SFI bzw. zur Additiven Fertigung bei der SLV Halle.

Am Informationsstand des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern (phanTechnikum) gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH in Wismar konnte der Bericht über die Geschichte der Zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) Wittenberge nachgelesen werden. Beeindruckend hierbei war ein Praxisbeispiel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bei dem ein Betrugsfall aufgedeckt wurde – Kehlnähte einer Stahlkonstruktion wurden mit Fensterkitt modelliert und waren rein optisch nicht von echten Nähten zu unterscheiden.

Weitere Aussteller stellten einen virtuellen Schweißsimulator vor, mit dem die Schweißfachkraft bestehende Kenntnisse trainieren und das Schweißen spezieller Nähte beliebig oft wiederholt werden kann. Auf Dauer wird so ein großer Anteil an Übungsmaterial eingespart und das Personal durch die komplette Auswertung des Schweißprozesses ideal für den Praxisfall sensibilisiert, was dem Betrieb eine Kosteneinsparung bringt.

An einem anderen Messestand erhielten wir Einblicke in die attraktive Variante zum Flammrichten, welches das Warmrichten mittels Induktion darstellt („Induktionsrichten“). Hier kann äußerst effektiv Wärme in die zu richtende Zone eingebracht werden, ohne die Gefügestruktur aufgrund zu hoher Temperaturen zu verändern.

Persönliche Worte:

„Der DVS CONGRESS hat mich sehr beeindruckt. Gerade bei den geselligen Veranstaltungen fand ein intensiver Austausch statt. Die Vielfalt an Fachvorträgen zeigte, wie umfangreich das Gebiet der Fügetechnik sein kann. Vor allem das hohe Fachwissen der Vortragenden, aber auch der Teilnehmer in den Diskussionen rundete den Kongress ab. Für mich persönlich war diese Veranstaltung ein riesiger Motivation-Schub, mich weiter im Maschinenbau und den Ingenieurwissenschaften zu vertiefen und so ebenfalls hohe fachliche Kompetenz zu erlangen. Vor allem für meine Bachelorarbeit, die sich mit wirtschaftlichen Fertigungsstrategien von Werkzeugen mit Hilfe der Additiven Fertigung beschäftigt, konnte ich mir einige Anregungen einholen.“

Florian Bauer

 

„Bereits vor dem DVS CONGRESS hatte ich vor, nach meinem Bachelor-Abschluss im Studiengang Maschinenbau die Ausbildung zum Schweißfachingenieur anzutreten. In diesem Bestreben wurde ich im Laufe des Kongresses weiter bestärkt. Besonders der Bereich der Schweißtechnik, in welchem dickwandige Bleche verschweißt werden, wie im Schiffsbau- und Offshore-Sektor, haben es mir angetan. Somit war der DVS CONGRESS in Rostock auch für mich ein Motivator, mein Studium baldmöglichst abzuschließen und mich meiner Leidenschaft, dem Schweißen, zu widmen.“

Tobias Menzinger

 

„Wir möchten uns hiermit sehr herzlich bei den Organisatoren bedanken. Besonderer Dank gilt Simone Weinreich vom DVS, die uns während des DVS CONGRESS als kompetente Ansprechpartnerin zur Seite stand. Auch im Vorfeld sorgte sie für eine unkomplizierte und unbürokratische Abwicklung der Anmeldung und der Organisation der Reise. Des Weiteren bedanken wir uns bei unserem Dozenten für Schweißtechnik, Reinhold Schaar, da wir erst durch ihn auf die Veranstaltung aufmerksam wurden.“

 

 




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