DVS BV Aachen

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Chronologie des DVS-Bezirksverbandes Aachen


Am 3. Dezember 1948 trafen sich renommierte Persönlichkeiten der Aachener Wissenschaft und Wirtschaft, um auch in Aachen den damals schon 50 Jahre alten DVS (Deutscher Verband für Schweißtechnik) ins Leben zu rufen. Der Wissenschaftler Prof. Dr.-Ing. habil. K. Krekeler, Direktor des Instituts für Schweißtechnische Fertigungsverfahren der RWTH Aachen, und der Industrielle Dr.-Ing. C. De Rop, Generaldirektor der Firma Arcos, ein weit über die Grenzen Aachens hinaus bekannter Schweißmaschinen- und Elektrodenhersteller, übernahmen den Vorsitz.

Es galt, die metallverarbeitende Industrie und das metallverarbeitende Handwerk bei der Bewältigung der vielfältigen Probleme des Gas- und Lichtbogenschweißens zu unterstützen und die Betriebe durch qualifizierte Beratung sowie durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter beim Wiederaufbau zu beraten.

So entstand bereits im Gründungsjahr in den Räumen des Instituts für Schweißtechnik der RWTH Aachen die erste DVS-Schulungsstätte, nachdem bereits Jahre zuvor die Firma Arcos eine Schweißerschule betrieben hatte. Unter Vorsitz und Geschäftsführung von Prof. Dr.-Ing. K. Krekeler wuchs der damalige Ortsverband sehr schnell auf über 150 Mitglieder an. Viele Firmen, erfahrene Meister, Betriebsleiter, Konstrukteure und Schweißpraktiker bekundeten großes Interesse an dem neu gegründeten Ortsverband und seinen vielfältigen Dienstleistungen.

Der erste Kursstättenleiter, Herr Dipl.-Ing. Steckenborn, verstand es sehr schnell, eine rege Aus- und Fortbildungstätigkeit aufzubauen. Eine große Zahl junger Menschen wurde hier mit einer Technik vertraut gemacht, die ihren weiteren beruflichen Werdegang entscheidend prägen sollte.

Die Räume am Institut für Schweißtechnik wurden schnell zu klein, so dass bereits 1952 in größere und zweckmäßigere Räume in der damaligen Kesselfabrik Küsters an der Liebigstraße Aachen umgezogen wurde, wo nun je 14 Gas- und Lichtbogenschweißplätze zur Verfügung standen. Die Ausbildung lag in den Händen zweier hauptamtlicher Lehrschweißer.

1954 wurde sogar eine zweite Ausbildungsstätte in der Gewerblichen Berufsschule Eschweiler eröffnet, um auch dort dem Nachwuchs eine ortsnahe Möglichkeit zur Schulung im Schweißen zu bieten.

1959 begann eine intensive Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen. So wurde 1960 die Kursstätte für Schweißtechnik in den neuen Räumen der Gewerbeförderungsanstalt der Handwerkskammer am Sandkaulbach eingerichtet. Dort standen schon nach wenigen Jahren über 80 Schulungsplätze für die klassischen Schweißverfahren zur Verfügung.

1966 verlieh das Präsidium des Deutschen Verbandes für Schweißtechnik der Kursstätte Aachen - als erster Kursstätte in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt - den Titel "Schweißtechnische Lehranstalt". Hiermit wurden die besonderen Leistungen dieser Bildungsstätte, gerade im Bereich der erfolgreichen Umschulung Arbeitsloser zu Schweißern in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Aachen, gewürdigt. Im selben Jahr beschloss der Vorstand des Ortsverbandes Aachen einstimmig, ab sofort die richtigere Bezeichnung "Bezirksverband" zu führen. Diese Bezeichnung wurde dann in der gesamten Bundesrepublik eingeführt, in der es heute 81 DVS-Bezirksverbände gibt.

1973 feierte der Bezirksverband ein außergewöhnliches Fest zu seinem 25-jährigen Bestehen. Die Verantwortlichen unter Leitung von Dr.-Ing. Lothar Kreft, des stellvertretenden Vorsitzenden des BV, entschieden sich für eine umfassende und öffentlichkeitswirksame Präsentation der Schweißtechnik. In Bankinstituten, Schulen, öffentlichen Gebäuden, aber auch auf den Plätzen der Stadt wurden Beispiele für gelungene Schweißkonstruktionen ausgestellt. Über 100 Werke bekannter Kunsthandwerker, die sich wesentlich der Schweißtechnik bedienten, wurden der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf diese Art und Weise wurde sehr anschaulich die besondere Bedeutung der Schweißtechnik vermittelt.

1983 wurde im Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Aachen das Lehrgebiet Schweißtechnik unter Federführung von Professor Dr.-Ing. Johannes Gartzen eingerichtet. Diese sinnvolle Ergänzung der Lehrgebiete an der FH brachte dem DVS nun auch eine intensive Zusammenarbeit mit diesem Hochschulbereich. Das praxis- und anwendungsbezogene Studium wird seitdem intensiv unterstützt durch die Schweißtechnische Lehranstalt, wo die Studierenden ihre notwendigen fachpraktischen Übungen absolvieren.

1983 zog die Schweißtechnische Lehranstalt um - vom Sandkaulbach in die neu erbaute Berufsbildungs- und Gewerbeförderungseinrichtung BGE Aachen an der Tempelhofer Straße. Dort erhielt die Schweißtechnische Lehranstalt ihren endgültigen Zuschnitt mit über 140 Schulungsplätzen in allen wichtigen Schweißbereichen. Ein modernst eingerichtetes Prüflabor ergänzt die Dienstleistungen der SL im Werkstoffprüfbereich, aber auch in der praktischen Durchführung von Schweißerprüfungen in allen Schwierigkeitsgraden und Verfahren. Hier konnte dann auch 1998 das 50-jähriges Bestehen des Bezirksverbandes mit einem Fachkolloquium und einem Ochsen am Spieß gefeiert werden.

Heute ist die Schweißtechnische Lehranstalt das Zentrum schweißtechnischer Fortbildung und Qualifizierung in Theorie und Praxis - für den gesamten Bereich von Industrie und Handwerk. Zur ortsnahen Versorgung unterhält die SL heute Außenstellen in Erkelenz-Terheeg, in der Justizvollzugsanstalt Heinsberg, in der BGE Düren und im BZE Euskirchen-Euenheim. An all diesen Stellen und besonders in der Hauptstelle der SL Aachen ist heute die Möglichkeit gegeben entsprechend der ISO 9606 und den Richtlinien des Europäischen Schweißverbandes (EWF/IIW)) Ausbildungsgänge und Prüfungen zur Schweißtechnik mit europaweiter Anerkennung abzulegen. In regelmäßigen Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen und Betriebsbesichtigungen informiert der DVS-Bezirksverband Aachen über aktuelle Themen aus Technik, Richtlinien und Normung und vermittelt so seinen Mitgliedern und Gästen den neuesten Stand der Schweißtechnik.

 

 



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